Befunde und Befundvorlagen#

Mit Psido können Sie Befunde Ihrer Patient:innen automatisch mit Daten befüllen lassen. Mögliche Daten sind die Stammdaten der Patient:in, der Status Psychicus, die Sitzungen mit Testverfahren oder auch die Diagnose oder etwaige benutzerdefinierte Felder.

Befundvorlagen#

Um eine Befundvorlage zu erstellen, bereiten Sie zuerst eine Word-Datei vor – am besten Ihre bestehende Befundvorlage. Fügen Sie in diese Datei spezielle Platzhalter ein (ähnlich wie bei Serienbriefen), die Psido zeigen, wo Patientendaten eingesetzt werden sollen. Ein typisches Beispiel ist {{firstName}}, der automatisch durch den Vornamen der Patient:in ersetzt wird.

Word-Dateien sind für automatisierte Textbearbeitung nicht optimiert. Obwohl Psido versucht, Platzhalter mit dem gleichen Textformat (Schriftart und -farbe) zu ersetzen, können in den betroffenen Absätzen manchmal Formatierungen verloren gehen. Wir empfehlen daher, Formatierungen in Ihren Befundvorlagen gezielt und sparsam einzusetzen. Für beste Ergebnisse können Sie den fertigen Befund nach der automatischen Erstellung noch einmal überarbeiten. Tabellen innerhalb von Tabellen sind problematisch, verzichten Sie auf diese.

Vorlage#

Sie können eine sehr simple Vorlage für Ihre Befunde direkt hier herunterladen. Erweitern oder verändern Sie diese Vorlage mit Ihren spezifischen Anforderungen.

Eine etwas ausführlichere Vorlage haben wir für Sie hier zum Download. In dieser Vorlage gibt es mehr beispielhaften Inhalt.

Funktionsweise#

So arbeiten Sie typischerweise mit Befunden in Psido:

  1. Befundvorlage vorbereiten: Erstellen Sie eine Word-Datei mit Platzhaltern (siehe Platzhalter) und laden Sie diese als Befundvorlage in Psido hoch.
  2. Textbausteine einbauen: Bereiten Sie in der Vorlage mehrere Textbausteine für unterschiedliche Befundergebnisse vor – z. B. drei Varianten für drei häufige Diagnosekonstellationen. Nicht zutreffende Textbausteine löschen Sie später im fertigen Befund.
  3. Testverfahren dokumentieren: Erfassen Sie während des Diagnosezeitraums die durchgeführten Testverfahren und deren Ergebnisse in den Sitzungen Ihrer Patient:in. Diese Daten werden später automatisch in den Befund übernommen.
  4. Befund erstellen lassen: Lassen Sie Psido den Befund auf Basis Ihrer Vorlage automatisch ausfüllen (siehe Befund erstellen).
  5. Befund nachbearbeiten: Laden Sie den erstellten Befund herunter, entfernen Sie nicht zutreffende Textbausteine und ergänzen Sie individuelle Inhalte.
  6. Befund versenden: Laden Sie den fertigen Befund wieder in Psido hoch und versenden Sie ihn verschlüsselt an die gewünschten Empfänger:innen.

Erstellen Sie idealerweise pro Themengebiet (z. B. klinisch-psychologische Diagnostik, Leistungsdiagnostik) eine eigene Befundvorlage. So behalten Sie den Überblick und können Vorlagen gezielt wiederverwenden.

Platzhalter#

Eine Liste aller möglichen Platzhalter für Ihre Befundvorlagen können Sie finden, indem Sie auf Extras > Vorlagen > Befundvorlagen > Neue Befundvorlage > Feldnamen klicken.

Die Platzhalter für die Anschrift Ihrer Patient:in könnten beispielsweise so aussehen:

{{academicTitle}} {{firstName}} {{lastName}} {{academicTitlePostFix}}
{{street}}
{{zip}} {{city}}
{{country}}

Wenn Psido den Platzhalter nicht kennt oder der Inhalt des Feldes leer ist (z. B. hat die Patient:in keinen akademischen Grad), wird der Platzhalter im fertig erstellten Befund entfernt.

Benutzerdefinierte Felder als Platzhalter verwenden#

Sie können in Psido benutzerdefinierte Felder erstellen. Diese Felder können Sie ebenfalls in Ihrer Word-Vorlage als Platzhalter verwenden.

Nur benutzerdefinierte Felder von Patient:innen können als Platzhalter in Befundvorlagen verwendet werden – nicht jene von Sitzungen. Da pro Patient:in mehrere Sitzungen existieren können, ist eine eindeutige Zuordnung eines Sitzungsfeldes zum Befund nicht möglich.

Wie oben beschrieben, finden Sie eine Liste der Platzhalter in der Befundvorlage. In dieser Liste werden ganz unten ebenfalls Ihre benutzerdefinierten Felder aufgelistet. Diese Felder starten mit einem Unterstrich, z.B. {{_meinFeld}}.

Checkbox-Felder#

Benutzerdefinierte Felder vom Typ Checkbox werden in Befundvorlagen unterstützt. Ist die Checkbox aktiviert, wird Ja ausgegeben; ist sie deaktiviert, wird Nein ausgegeben.

Beispiel: Wenn Sie ein benutzerdefiniertes Checkbox-Feld mit dem Namen _raucher angelegt haben, gibt der Platzhalter {{_raucher}} im Befund Ja oder Nein aus – je nachdem, ob die Checkbox für die jeweilige Patient:in aktiviert ist oder nicht.

Geschlechtsspezifische Wörter#

Wenn Sie in Ihrem Befund bereits Standardtexte vorbereiten wollen, so können Sie Wörter, die das Geschlecht der Patient:in betreffen, so niederschreiben, dass Psido abhängig vom Geschlecht der Patient:in die korrekten Wörter wählt. Psido liest das Geschlecht in den Patient:innen-Stammdaten aus dem Feld Geschlecht aus.

Sie leiten ein oder mehrere geschlechtsspezifische Wörter mit den Zeichen %{ ein. Danach schreiben Sie zwei oder drei Abschnitte:

  1. die männliche Version
  2. die weibliche Version
  3. die diverse Version - Sie können diesen Abschnitt optional auch auslassen, wenn Sie keine diversen Patient:innen behandeln.

Die Abschnitte müssen mit einem senkrechten Strich | getrennt und mit der geschwungenen Klammer } abgeschlossen werden. Das hört sich komplizierter an, als es ist. Das nun folgende Beispiel erklärt es anschaulich.

Beispiel#

Wenn Sie geschlechtsspezifisch festhalten möchten, dass jemand seiner Muttersprache mächtig ist, könnten Sie das so niederschreiben:

%{Er ist seiner|Sie ist ihrer|Sie sind deren} Muttersprache mächtig.

Psido wird die richtige Wortwahl anhand des gespeicherten Geschlechts der Patient:in einsetzen:

  • Für männliche Patienten: Er ist seiner Muttersprache mächtig.
  • Für weibliche Patientinnen: Sie ist ihrer Muttersprache mächtig.
  • Für diverse Patient:innen: Sie sind deren Muttersprache mächtig.

Wenn Sie die diverse Variante auslassen möchten, können Sie das Beispiel auch abkürzen:

%{Er ist seiner|Sie ist ihrer} Muttersprache mächtig.

Befundvorlage hochladen#

Um die Word-Datei als Befundvorlage hochzuladen, navigieren Sie zu Extras > Vorlagen > Befundvorlagen und klicken Sie auf Neue Befundvorlage. Vergeben Sie eine sinnvolle Beschreibung und klicken Sie auf Speichern.

Sobald Sie gespeichert haben, erscheint das Feld Datei anhängen. Klicken Sie darauf und laden Sie Ihre erstellte Word-Datei in Psido hoch.

Testverfahren (Procedures)#

Psido bietet zwei spezielle Platzhalter an, mit denen Testverfahren aus den Sitzungen Ihrer Patient:innen automatisch in den Befund eingefügt werden können:

  • {{procedures}} – eine kompakte Übersichtstabelle aller Testverfahren
  • {{proceduresWithPsychometricAssessments}} – eine ausführliche Darstellung inklusive psychometrischer Ergebnisse

Die Testverfahren werden aus den Sitzungen der Patient:in ausgelesen. Wenn für eine Patient:in keine Testverfahren erfasst wurden, bleiben beide Platzhalter leer.

{{procedures}} – Übersichtstabelle#

Dieser Platzhalter erzeugt eine Tabelle mit drei Spalten:

VerfahrensartKurznameLangname
z. B. Testungz. B. WAIS-IVz. B. Wechsler Adult Intelligence Scale

Die Testverfahren werden nach Sitzungsdatum gruppiert. Jedes Datum erscheint als eigene Zwischenüberschrift (fettgedruckt, mit grauem Hintergrund). Darunter werden die einzelnen Testverfahren dieser Sitzung aufgelistet.

Die einzelnen Zeilen werden durch horizontale Linien voneinander getrennt.

{{proceduresWithPsychometricAssessments}} – Detaillierte Darstellung#

Dieser Platzhalter erzeugt für jedes Testverfahren einen eigenen Abschnitt. Pro Verfahren wird Folgendes eingefügt (sofern die jeweiligen Daten vorhanden sind):

  1. Datum und Kurzname des Verfahrens (fettgedruckt)
  2. Testform (z. B. „Testform S7 Farb-Wort-Interferenz (Tasten)")
  3. Verwendete Norm (z. B. „WAIS-IV Normen für Erwachsene")
  4. Ergebnistabelle mit den psychometrischen Daten – die erste Zeile wird als Kopfzeile (fett, grauer Hintergrund) dargestellt, die weiteren Zeilen enthalten die Messwerte. Die Zeilen werden durch horizontale Linien voneinander getrennt.
  5. Langname des Verfahrens (kursiv)
  6. Beschreibung des Verfahrens (z. B. eine elternfreundliche Erklärung)
  7. Kommentar zum psychometrischen Bericht (z. B. „Die Patient:in war während der Testung sehr kooperativ.")

Zwischen den einzelnen Verfahren wird ein Absatz als optischer Abstand eingefügt.

Beispiel#

Wenn Sie in einer Sitzung den WAIS-IV erfasst haben, könnte das Ergebnis im Befund so aussehen:

WAIS-IV

Testform S7 Farb-Wort-Interferenz (Tasten)

WAIS-IV Normen für Erwachsene

SubtestRohwertWertpunkt
Gemeinsamkeiten finden2812
Wortschatz-Test4511

Wechsler Adult Intelligence Scale - Fourth Edition

Die Patient:in zeigte ein durchschnittliches Leistungsprofil.

Weitere spezielle Platzhalter#

Neben den Patientendaten gibt es noch weitere hilfreiche Platzhalter:

  • {{today}}: Fügt das aktuelle Datum im Format TT.MM.JJJJ ein (z. B. 24.12.2023).
  • {{statusPsychicus}}: Fügt den aktuellsten Status Psychicus der Patient:in ein. Das Format ist Datum: Statustext (z. B. 01.01.2023: Patient:in ist wach und orientiert.).

Alle verfügbaren Platzhalter finden Sie unter Extras > Vorlagen > Befundvorlagen > Neue Befundvorlage > Feldnamen.

Befund erstellen#

Um einen Befund zu erstellen, klicken Sie in der Patient:innenansicht auf Mehr Funktionen > Befund erstellen und wählen Sie Ihre Befundvorlage aus.

Das Menü Befund erstellen erscheint nur dann, wenn Sie eine Befundvorlage erstellt haben.

Psido gibt im Erfolgsfall eine Meldung aus und wechselt in der Patient:innen-Ansicht auf den Tab Dateien, und das Datei-Symbol des erstellten Befundes blinkt für 5 Sekunden. Sie können den Befund nun herunterladen und nachbearbeiten, oder direkt aus Psido sicher versenden.

Befund-Dateien nach Nachnamen benennen#

Standardmäßig benennt Psido erstellte Befund-Dateien mit Vorname-Nachname der Patient:in. Sie können auch den Dateinamen mit dem Nachnamen der Patient:in starten lassen. Aktivieren Sie dazu die Option unter Einstellungen > Erweiterte Einstellungen > Befunde.

Therapieplan erstellen#

Die Befund-Funktion eignet sich auch zur Erstellung von Therapieplänen. Erstellen Sie dazu eine Word-Vorlage mit den passenden Platzhaltern, zum Beispiel:

  • {{diagnosis}} – fügt die gespeicherte Diagnose der Patient:in ein
  • {{treatmentPlan}} – fügt den in Psido erfassten Behandlungsplan ein
  • Stammdaten wie {{firstName}}, {{lastName}} usw.

Inhalte, die individuell pro Patient:in variieren – etwa konkrete Therapieziele – können Sie entweder manuell im fertigen Dokument ergänzen oder über ein benutzerdefiniertes Feld in Psido erfassen und als Platzhalter in die Vorlage einbinden.

Eine vollständige Liste aller verfügbaren Platzhalter finden Sie unter Extras > Vorlagen > Befundvorlagen > Neue Befundvorlage > Feldnamen.

Kein Microsoft Word?#

Wenn Sie keine Microsoft-Word-Lizenz besitzen, können Sie die Vorlage sowohl mit Google Docs als auch mit Apple Pages vorbereiten. Beide Softwarepakete bieten den Export in das .docx-Format an.

Alternativ dazu können Sie sich auch die freie Software LibreOffice aus dem Internet herunterladen.